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Tag 1 – A Jazz Summer Night, Freitag 17.07.03, 27.te Jazzfest Wiesen von 17.07.03 bis 20.07.03

Das 27.te Wiesener Jazzfest ist nun Vergangenheit und im Namen unseres Teams möchten wir uns noch einmal bei den zahlreichen Besuchern bedanken, die mit uns von Donnerstag bis Sonntag eine schönen Zeit auf dem Festivalgelände verbracht und für tolle Stimmung gesorgt haben.

Schon der Donnerstag war für einen Wochentag überaus gut besucht und bereits der Opener, das Ehepaar Tuck & Patti konnte das Publikum überzeugen.

Somit war der Grundstein für Patricia Barber gelegt und auch Herbie Hancock und Bobby Hutcherson heimsten kräftigen Applaus ein.

Diana Krall
wirkte ob einer leichten Grippe und des zunehmenden schlechten Wetters etwas lustlos, doch auch das tat der hervorragenden Stimmung keinen Abbruch.
Tag 2 – Die Designer Bands, Donnerstag 18.07.03

Ja und was soll man zum Freitag sagen: ausverkauftes Haus und ein Line Up, wie es in der zukünftigen Pop-Geschichte wohl schwer ein zweites Mal passieren wird.

Mit Cafè Drechsler waren am Anfang noch jazzig-groovigere Töne zu vernehmen, Aqualung ließ es ruhig, ja fast beschaulich angehen und beim DJ- Act International Pony war das Publikum bereits vollzählig versammelt. Und das war gut so, boten doch The Roots einen der schärfsten Gigs des Abends – Hip Hop-Blues/Rock oder wie auch immer und das am Jazzfest – aber warum nicht?

Einfach nur genial waren sie schließlich , die Auftritte von Kosheen, Moloko und Morcheeba, die ausschließlich Sängerinnen ihr eigen nennen.

Sie sind ja fast schon Designer - Bands, die den Musikgeschmack wohl momentan am Genauesten erraten haben. Einzig und allein Calexico fallen aus dem Rahmen, sind aber ob ihrer mexikanischen Vibes eine gelungene Abwechslung.
Tag 3 – Ibrahim, der Altmeister, Samstag 19.07.03

Wer am Samstag nicht vor Ort war, hat ein Stück musikalische Zeitgeschichte versäumt - IBRAHIM FERRER. Der Altmeister aller kubanischen Soneros schaffte es spielend, das Publikum zum Toben zu bringen. Wir hoffen, daß es nicht das letzte Mal war, daß wir diesen Ausnahmekünstler bei uns begrüßen durften.

Cafè Drechsler waren für die leider wegen pekuniären Problemen nicht tourenden Headhunters am Start – das Publikum, das vielleicht den Vortag ausgelassen hatte danke es mit mehr als Höflichkeitsapplaus.

Schon danach das erste Highlight des Tages: die „Lester Bowie´s Austrian Brass Fantasy“ mit Lester`s Bruder Joseph Bowie an der Posaune und Mitgliedern des Wr. Neustädter Konservatoriums – allen voran Raoul Herget brachte eine gute Mischung aus jazzig- bekannten Hits – eine absolut gelungen Vorstellung, die nach mehr verlangt. Ein absoluter Genuss selbstredend war auch Karl „Bumi“ Fian, der zeigte, dass er auch als Sideman ein absoluter Könner seines Faches ist.

Ausnahmetrompeter Roy Hargrove hat anfangs leichte Startschwierigkeiten steigert sich aber im Laufe des Konzertes in immer eingängigere Melodien und liefert so auch einen durchaus ansprechenden Gig. Das Orchestra Baobab hingegen lässt vile Zuschauer in die Gastronomiebereiche wandern, zuviel afrikanischer 70ties Disco-Style, mehr Schräglage hätte sicher geholfen.
Highlight Nummer Zwei: der Brasilianer Jorge Ben Jor – keiner versteht es, Latino-Rhythmen auf so filigrane Art und Weise aus dem Ärmel zu schütteln wie der Sänger und Gitarrist. Eine wahre Publikums-Tanzorgie war die Folge. Sensationell.

Wie bereits anfangs erwähnt: IBRAHIM FERRER – hier nun ohne Worte, da es nicht möglich ist, seinen Auftritt mit Worten zu beschreiben.

Das gelingt bei Marla Glen sehr wohl: dieses mal sehr routiniert und kurzweilig, so würden wir sie gerne öfter sehen.

Der Mann, der sich jetzt ganz anders nennt und früher Mal Terence Trent D`Arby hieß hatte die ehrenvolle Aufgabe, das Publikum schön langsam zum gehen zu überreden. Mit ist wie „Dance Little Sister“ und „Wishing Well“ hat er seine Chance genützt und viele blieben doch noch ein paar Minuten länger, um in Erinnerungen zu schwelgen. Dann war Schluß.
Tag 4 – Ende eines gelungenen Festes, Sonntag 20.07.03

Mit dem tollen Aufritt von The Black Hakawati, die kurzfristig für die wegen Stimmproblemem ausgefallenen Mother`s Finest eingesprungen waren, begann der letzte Tag des Jazzfestes, der mit den Stereo MC´s und den Pretenders einen würdigen Ausklang fand.

Nicht nur nebenbei sollte man Louie Austen erwähnen, der in altbekannter Manier den Bogen zwischen Wiesen und Las Vegas spannte. Wie sehr sich doch Spielerparadies und Erbeermetropole gleichen können. Klassisch, souverän – thank you Louie!

Dann war wieder DJ – Time mit Jazzy B. und Kumpanen von Soul II Soul – ein unspektakulärer Nachmittags- Gig ohne besondere Vorkommnisse. Machen wir´s kurz: das gilt auch für John Cale (Ex- Velvet Underground) und Boz Scaggs (Ex-Steve Miller Band) Ex – eben.

Dafür waren dann die Stereo MC´s wieder in absoluter Spiellaune, trotz des diesmaligen Fehlens von Stimmwunder Cath Coffey, die leider wegen Knieproblemen passen musste. Aber auch die beiden anderen Chormädels und Vocal- Derwisch Rob Birch boten eine fulminante Show. Mit den Pretenders rund um Sängerin Chrissie Hynde, die einen betont rockigen Querschnitt ihres Schaffens darboten fand auch der Jazzfest- Sonntag sein Ende.

Die Vorfreuden auf das Jazzfest Wiesen 2004 haben mit den Eindrücken dieses Jahres somit bereits begonnen...
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