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Musical hair

 

17.08.2019 | Love & Peace in Wiesen

Zwischen Summer of Love & Woodstock: Zum 50-jährigen Bühnen-Jubiläum des Musicals: Love & Peace in Wiesen!

MUSICAL HAIR von James Rado, Gerome Ragni, Galt MacDermot
(in englischer Sprache)
Inszenierung: Erika Galamb

Einlass: 18:00 Uhr | Beginn: 20:00 Uhr

Hair gilt als eines der erfolgreichsten Musicals aller Zeiten, die geniale Inszenierung von Erika Galamb und die legendäre Musik von von Galt MacDermot spiegeln das Lebensgefühl der 68er Generation wieder, es bringt den Lebensstil der „Blumenkinder“ auf die Bühne: ihre Revolution für die sexuelle Freiheit, ihren Protest gegen den Vietnamkrieg und ihren Kampf gegen gesellschaftliche Dogmen.

In „Hair“ geht es vorrangig um den Widerstand gegen einen sinnlosen Krieg, dem nicht nur unschuldige Menschen im „Feindesland“ zum Opfer fielen, sondern auch zahllose junge Amerikaner, die gegen ihren Willen einberufen wurden (die allgemeine Wehrpflicht wurde in den USA erst 1973 abgeschafft). Zeitlich fiel der Protest der um Frieden demonstrierenden Menschen mit der afroamerikanischen Bürgerbewegung zusammen, die es nicht länger hinnehmen wollte, zwar als Kanonenfutter für einen ungerechtfertigten Krieg zu dienen, aber in allen anderen – gesellschaftlichen, politischen und sozialen Belangen – diskriminiert und unterdrückt zu werden.

Ragni und Rado (Textbuchautoren) sind selbst Kinder dieser wilden Zeit der späten Sechziger: Sie lebten in Manhattan, sahen das wilde Treiben in den Parks und Straßen des East Village und waren Teil einer Protestbewegung, die sich gegen verkrustete Gesellschaftsstrukturen, Krieg und Rassentrennung richtete. Damit einhergehend wurden freie Liebe, freier Drogengenuss, mystische Wirklichkeitsflucht und die Berührung fremder Kulturen propagiert.


Erika Galamb (Inszenierung)

„Mein Regiekonzept war jene Szenen auf die Bühne zu stellen, aus denen die Songs ursprünglich entstanden sind. Mir ging es dabei weniger um eine stringente Handlung, sondern um die Wirkung und Botschaft der Songs, die ich zu ihrem Ursprung zurückführte.

Zum Beispiel: Traum von einer friedlichen, gewaltfreien Welt (Aquarius), sexuelle Freiheit (Sodomy), Straßenszenen der Schwarzen - Hip-Hop, Breakdance (Colored Spade), Demonstration - im Stile von Stomp (Ain't Got No), Berührungen mit anderen Kulturen - indische Kultur (Hare Krishna), Hippie-Philosophie über Drogen - gute, schlechte Drogen (Hashish), Antikriegsproteste der Hippies (Where Do I Go), Ängste und grausame Vorstellungen des Krieges (Walking In Space), der Krieg selber (3-5-0-0), zum Schluss: Schmerz und Klage gegen den Krieg (Easy To Be Hard). Die Songs sind original geblieben, wurden aber neu interpretiert. Peace & Love – Frieden und Liebe: genau darum geht es in Hair, dass man die Welt verändern kann.

Ich glaube daran, dass es möglich ist.“

Die Regisseurin bietet aufgrund ihrer internationalen Erfahrungen mit gutem dramaturgischen Sinn den Zuschauern ein interaktives Theatererlebnis und versetzt sie in die Zeit der Hippiebewegung.

Erika Galamb studierte Regie in Graz an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. In den letzten 15 Jahren liefen zahlreiche ihrer Inszenierungen, u. a. „Hair“ (Europa-Tournee: Österreich, Deutschland, Schweiz; Sommerfestspiele Arena Xanten, Seefestspiele Kaltern) Johann Strauß Gala (Österreich, Deutschland, Dänemark); „Der Zigeunerbaron“ (Festival de Wiltz Luxemburg); „Best Of Broadway“ (Musicalgala, Wiener Stadthalle), etc.


Die DarstellerInnen

Bei unserem internationalen Casting traten junge, talentierte KünstlerInnen an. Bei der Auswahl der Mitwirkenden war neben schauspielerischem, sängerischem und tänzerischem Können das Hauptkriterium, dass die KünstlerInnen eine der wichtigsten Anforderungen des Regiekonzeptes erfüllen: Nämlich das Lebensgefühl der Hippies in den Zuschauerraum und auf die Bühne zu bringen.

Die jungen KünstlerInnen spielen ihre Rollen nicht nur – die sind selber die Persönlichkeiten, die sie zeigen. Sie vertreten die Philosophie: „Gewalt erzeugt nur noch größeren Gewalt. Nur mit intellektuellem Wissen erreicht man den Frieden.


Choreographie: Julia Gyulai (European Champion in Irish Dance)
(Stipendiatin am Trinity Laban Conservatoire of Music and Dance in London)

Die unterschiedlichen Erfahrungen, die die TänzerInnen aus verschiedenen Tanzrichtungen mitbringen, ergeben eine wilde Mischung, die letztendlich durch die hinreißenden Choreographien von Julia Gyulai in einer schönen Harmonie enden.


Zum Stück:

Die Hippiebewegung propagierte eine von Zwängen und bürgerlichen Tabus befreite Lebensvorstellung. Es dominierten dabei stärker individualistische (Selbstverwirklichung) als gesellschaftspolitische Konzepte. Die Idee von einem humaneren und friedlicheren Leben wurde mit dem – oft synonym zur Hippiebewegung verwendeten – Schlagwort Flower-Power (englisch für „Blumenmacht“) belegt.

Der Kern der Hippie-Philosophie ist totaler, freier, pazifistisch-sozialer, toleranter Individualismus. Hair beschreibt die Gefühle vieler junger Leute in dieser Zeit, insbesondere aber die sogenannte „Hippie-Kultur“. Die „Hippies“ waren nicht herumstreunende Kinder sondern von den Studentenrevolten beeinflusste Jugendliche vorwiegend der bürgerlichen Klasse: Studenten, Schüler, aber auch „Ausgeflippte“.


Gerome Ragni (Autor): „Der Vietnamkrieg war ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit – und aus vielerlei Hinsicht der Grund für die Existenz dieses Musicals. Wir wollten das kollektive Bewusstsein wecken, und haben viele großartige Hoffnungen damit verbunden. Mit 19-20 Jahren war ich auch genauso naiv wie viele andere, und habe ernsthaft daran geglaubt, dass wir die Sachen in Ordnung bringen und die Welt verändern werden.“


Ben Veeren (Originaldarsteller): „Diese Stimme ist heutzutage wichtiger denn je. Es werden erneut ungerechte Kriege geführt. Wir brauchen Orientierung.“


Einlass: 18:00 Uhr | Beginn: 20:00 Uhr

Tickets: oeticket.com